Divertissementchen präsentiert Hommage an die Bläck Fööss.

Auch in diesem Jahr hat sich die Theaterabteilung "Cäcilia Wolkenburg"
des Kölner Männer-Gesang-Vereins (KMGV) wieder etwas besonderes
einfallen lassen. Zum 40jährigen Jubiläum der Kölner Kultband bringen Regisseur
Fritzdieter Gerhards,
Arrangeur Thomas Guthoff, musikalischer Leiter Bernhard Steiner und die Chormitglieder den Werdegang der Bläck Fööss auf die Bühne.
Für Nicht-Kenner: Beim
Divertissementchen handelt es sich um eine ganz eigene Art von
Musiktheater, der Operette oder mehr noch dem älteren Vaudeville
verwandt. Das kölsche Theaterstück stellt meistens ein
Ereignis aus der Stadtgeschichte auf komisch-parodistische Weise dar
und wird durch das Ballett, Männern in Frauenrollen und den typischen „Zillche-Mix“, eine
musikalische Mischung aus Operette, Evergreens, Karnevalsliedern und
ab und an einem Hit aus den Charts, aufgepeppt.
Die Aufführung beginnt mit dem Jubiläumskonzert in 2010, zu dem auch internationale Gäste angereist sind. Dann geht es rückwärts - die Seniorenfamilien Schmitz, Kolvenbach und Offermann begeben sich auf eine Zeitreise mit spektakulären Ereignissen der einzelnen Jahrzehnte
bis zurück zur Gründung der ursprünglichen "Stowaways". Vom Vorsingen bei
Graham Bonney, dem ersten Aufnahmestudio in Ludwigshafen,
Schwierigkeiten beim Vorstellabend (im Freizeit-Look, mit langen Haaren und nackten Füssen undenkbar!),
Trennungsgerüchten, Streitereien in der Kommunal- und
Kulturpolitik ist alles dabei. Sogar der Ausfall des Rosenmontagszuges aufgrund des Golfkrieges und die Ernennung eines Berliners zum Kölner Erzbischof werden thematisiert. Karnevalsgrößen wie die "Doof Nuss" und Horst Muys dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Eine gelungene Inszenierung!




Fotos: Annette Quast
Schon bei
der Kostümprobe ging es hoch her: schnelles Umziehen beim
Szenenwechsel, Licht- und Tontests standen auf der Probenordnung. Die
„Damen“ und Herren der Cäcilia Wolkenburg geben auch in
diesem Jahr ihr Bestes und starten mit der Premiere am 17.01. in die neue Spielsession.
Abschließend bleibt noch zu
erwähnen, dass der Umzug ins Palladium für die kommenden
drei Jahre aufgrund der Opernhaus-Sanierung den Mitgliedern des KMGV
nicht leicht fällt. Doch echte Cäcilianer nehmen es auf die
kölsche Art: „Leever op d'r Schäl Sick als in
Düsseldorf!“ Der KMGV hofft sehr, dass die Fans auf
die andere Rheinseite folgen werden.