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Rockedy“: Rock trifft Comedy mit Carolin Kebekus und Gästen



Was passiert, wenn sich erfolgreiche Comedyautoren (RTL SamstagNacht, Die Wochenshow, Switch, Pastewka,...) als imitierte Kölsche zu einer Band zusammen finden?! Es entstehen Songtexte über die kölsche Lebensart mit mehr und weniger Biss. Doch neben dem Kölschrock darf die Comedy natürlich nicht fehlen.


So trafen bei „Rockedy“ im Brunosaal zu Köln „De Imis“ auf eine Hand voll Comedians. Carolin Kebekus, Frontfau der Band, klärte zu Beginn des Abends das Publikum über Ihr Imi-Dasein auf: „Ich darf so über Köln reden, habe Migrationshintergrund. Meine Eltern haben immer in Köln gewohnt und sind nur für meine Geburt nach Bergisch Gladbach gefahren. Wie hört sich das denn an – Bergisch Gladbach, Schäbbisch Gläbbisch?! Und dabei haben sie neben dem Merheimer Krankenhaus gewohnt, aber das war meiner Mutter nicht gut genug. Ich bin in Köln aufgewachsen, doch wieder Arschkarte – Schäl Sick...“ Dass sich die Kölschrocker in ihrer Wahlheimat pudelwohl fühlen, machten sie mit den Songs „Köln macht geil“ und „Danke Kölle“ mehr als deutlich, wobei auch diesen Texten das Augenzwinkern nicht fehlt. Bei den Kölschen ist die Band sehr beliebt, im Saal waren nur vereinzelt Imis zu entdecken. 


Fotos: Annette Quast


Für die auswärtige Quote sorgten eher die weiteren Comedians, so auch Markus Barth aus Franken. Er nahm das Thema direkt auf: „Ich bin gerade aus Hongkong zurück, und habe dort deutsche Auswanderer kennen gelernt, bei denen es funktioniert. Nicht wie bei den Typen aus „Mein neues Leben XXL – Die Auswanderer..“ Die bevorstehenden Karnevalstage und ihre Tücken beschäftigten ihn ebenso: „In einem Interview hat ein Arzt zum Thema Schweinegrippe gesagt: Man kann Karneval feiern, sollte aber überfüllte Kneipen meiden und kein Kölsch trinken, da die Keime auf den Gläsern einige Tage überleben.“ Zu diesem Statement passte der Song „Mer drinke wigger“ perfekt. „Wir machen auch Charity. Es geht um Berufsgruppen im Karneval, die viel Plackerei haben.“ kündigte Carolin Kebekus den nächsten Song über ein Funkemariechen mit Burnout an. Die Probleme der Stars griff anschließend Stand-Up-Comedian Matthias Maschke auf, und demonstrierte ausführlich wie Schauspieler ausgebildet werden. Richtig Stimmung im Saal brachte der Irish-Kölsch-Song „Ribbeldi-Danz“, und dann präsentierte der einzige Kölsche op d'r Bühn, Lutz Birkner von den Musik-Comedians „Die Pommesgabeln“, sein Special „Ne geile Mann steht für d'r Paschadüür“. Nach einer weiteren kölsch-rockigen Einlage trat der letzte Comedian des Abends, Dave Davis, ins Rampenlicht und setzte der Thematik „Imi“ die Krone auf: „Ich bin extra nach Bayern eingereist, weil ich gehört habe, dass dort Schwarze regieren. Aber nix – alle weiß! Dort habe ich mich dann als Journalist beworben, aber ich habe den Bayer nicht verstanden. Der braucht ja wohl eher einen Deutschkurs!“

Zum Finale stellten die Comedians ihre Stimmen unter Beweis und sangen mit den Kölschrockern „Mir sen Imis“.



Fazit: Ein kurzweiliger Abend mit einer klasse Mischung aus Kölschrock und Comedy. Die Bandmitglieder geben ihr Bestes, um die Brücke zwischen Imis und kölschen Aborigines zu vollenden. Wie sie selbst sagen, ist ihr Kölsch eher Imisch – aber nah dran. Des Weiteren bleibt noch zu erwähnen, dass sich eine Überraschung der schreibenden Zunft unter den Gästen befand. So durfte Autor Tommy Jaud, Freund der Band, kurz seinen neuen Roman „Hummel Dumm“ auf der Bühne präsentieren: „Das ist eine Verkaufsveranstaltung, die Türen sind zu.“ Es kam jedoch keine Panik auf, da das Werk erst am 23. Februar im Buchhandel erscheint. Gekauft werden durften im Anschluss an die Veranstaltung jedoch die CDs der Band.








Ist denn schon Rosenmontag?!



Verwirrt schauten Fußgänger und Autofahrer, als die Polizei am frühen Nachmittag die Hahnenstraße für eine Fußgruppe mit einheitlichen Schals, einer kleinen Kapelle und einem Festwagen des bevorstehenden Rosenmontagszuges absperrte. Dabei ging es jedoch nicht darum die Strecke auf durch die Kälte entstandenen Schlaglöcher zu testen, sondern das Festkomitee Kölner Karneval von 1823 präsentierte gemeinsam mit Kölner Kulturschaffenden den nächsten Geheimwagen verbunden mit einer Protestaktion gegen den Abriss des alten Schauspielhauses.


Normalerweise werden vor dem offiziellen Richtfest der Zugwagen nur die Entwürfe der Geheimwagen gezeigt. Doch außergewöhnliche Ereignisses erfordern besondere Maßnahmen. So zogen Kölner Künstler, Karnevalisten des Festkomitees und der Alte Kölner KG „Schnüsse Tring“ 1901 e.V. gewappnet mit eigens hergestellten Schals den Persiflagewagen mit dem Motto „Ihr seid Künstler und wir nicht!“ vom Kölnischen Kunstverein in der Hahnenstraße zum Schauspielhaus am Offenbachplatz. Dort angekommen hielt Stefan Kraus, Direktor des Kolumba-Museums, eine enthusiastische Rede gegen den geplanten Neubau. Dabei appellierte er an Politik und Verwaltung und forderte zur Unterschriftensammlung auf. Die Kölner Initiative plädiert für den Erhalt und die Sanierung des Hauses und benötigt für das Bürgerbegehren 30.000 Stimmen bis zum 17. März. Die Teilnehmer der Protestkundgebung hielten dem Regen stand und freuten sich im Anschluss über das Schauspielhaus als Schokolade mit dem Schriftzug „Wir wollen unser Schauspielhaus behalten“. Eine süße Maßnahme, um im Rosenmontagszug zu Unterschriften aufzurufen.


Fotos: Annette Quast