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„Reinschauen statt reinzappen“ – Einblicke beim Heimatsender center.tv

 

Seit fünf Jahren versorgt der private Kölner Lokalsender center.tv Haushalte in Köln und der Region mit Nach-richten, einem breitgefächerten Informationsangebot und bester Unterhaltung, letzteres verstärkt in der Kar-nevalssession. Um den 24-Stunden-Service gewähr-leisten zu können, sind 80 Mitarbeiter im Einsatz, 20 im Studio Aachen. Einer davon ist Produktionsleiter Daniel Schindler, er gewährte im Rahmen des Stadt-entdeckungsfestivals „Expedition Colonia“ am Standort Köln-Ossendorf einen Blick hinter die Kulissen.

 

Schon im Foyer des Gebäudes B ist so einiges los. Ein Studiogast wartet auf seinen Termin. Stephan Brandt, Herstellungsleiter von center.tv sowie Moderator und Karnevalsexperte des „Rheinzeit Alaaf“-Duos mit Michael Schwan, kommt zufällig im Foyer vorbei und sagt Hallo. Als Daniel Schindler eintrifft, kehrt zeitgleich ein Filmteam von einem Außeneinsatz zurück. So beginnt die Führung direkt mit ersten Fragen der Besucher und ein wenig  Aufklärungsarbeit des Produktionsleiters. Denn die Satellitenschüssel am Eingang des Geländes „trügt“, center.tv lässt sich nicht über Satellit empfangen sondern über Kabel, weltweit via Internet-Livestream und seit 1. April deutschlandweit per Telekom Entertain. Somit ist auch die Programmübersicht nur im Internet, per Videotext und in Kölner Tageszeitungen erhältlich.

 

Doch nun auf zur Besichtigung. Als erstes begeben wir uns in das Herzstück des Kölner Heimatsen-ders – die Redaktion. Hier im Großraumbüro arbeiten die Redakteure und Video-Journalisten für die verschiedenen Bereiche wie beispielsweise Rheinzeit, Rheinsport oder Heimatfilm, sowie Joscha Duhme, Verantwortlicher für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Bei der morgendlichen Redaktions-sitzung für die tägliche Nachrichtensendung werden die Drehs verteilt und dann ziehen die Video-Journalisten mit ihrem Equipment los zu ihren Terminen. Zurück in der Redaktion spielen sie das gefilm-te Material in ihren Rechner ein, digitalisieren es und versehen es mit Kommentaren und gegebenenfalls mit Grafiken. Nach der Abnahme durch den Chefredakteur stellt der Newscutter die Filmeinspielungen für die Nachrichtensendung zusammen. Für spezielle Aufzeichnungen, wie beispielsweise Kommentare bei Fußballspielen, gibt es zudem zwei einzelne Schnittplätze mit Tonkabine. Dort werden die Aufzeich-nungen mit dem Schnittprogramm „Avid“ für die Ausstrahlung neu abgemischt. „Unsere Video-Journalis-ten sind so ausgebildet, dass sie alles selbst machen können. Sie ziehen alleine los, so sind sie schneller, flexibler und dezenter vor Ort. Nur bei einem Reporterfilm fährt ein Mediengestalter und eventuell ein Tonassistent mit.“, erläutert Daniel Schindler. Um diesen Job machen zu können, haben die Video-Journalisten ein Trainee-Programm und ein Volontariat bei center.tv absolviert, dazu gehört unter anderem ein drei-monatiger Kurs zu Kameraführung und Schnittprogramm.

 

Was die meisten Zuschauer nicht wissen, die Kölner Nachrichten werden seit November 2010 in  Aachen produziert. Dazu zeichnet die Sendeabwicklung (SAW) das Regiebild und somit die Einspie-lungen für Köln und Aachen auf, und sendet alle Beiträge per Leitung nach Aachen. So entsteht das Zusammenspiel zwischen Redaktion und Produktion. Nebenan im Studio leuchtet die rote Lampe, Achtung Aufnahme! Wir erleben die Aufzeichnung einer Abmoderation mit Angela Knobloch für die „Rheinzeit“. Den direkten Kontakt zur Moderatorin hat der Ablaufredakteur. Er ist der leitende Redakteur der Bildregie, stellt anhand von Listen, die als Leitfaden dienen, und in Absprache mit dem Moderator die komplette Sendung zusammen, und achtet darauf, dass die Zeiten eingehalten werden. Ein Bild-mischer und ein Toningenieur komplettieren das Team. Per Knopfdruck kann die Bildregie die Studio-kameras anwählen. Zudem werden von dieser Stelle die Bauchbinden, so nennt man die Einblendungen von Namen und Funktion der gefilmten Person, eingefügt.

 

Nun führt uns der Weg vorbei an der Maske und vielen an der Wand hängenden Karnevalsorden ins Studio. Wer schon einmal Zuschauer bei einer TV-Aufzeichnung eines anderen Senders war, weiß, dass die Studios in der Regel nebeneinander liegen und im Fernsehen viel größer wirken, als sie in Wirklichkeit sind. Bei center.tv findet man alles in einem 450 Quadratmeter großen Studio – die Kaminecke vom „Stadtgespräch“, das „Rheinzeit“-Set der Zwillinge, die Sportecke, eine Küchenzeile, die Eventfläche für „Rheinzeit Alaaf“ und größere Gästegruppen sowie das Wohnzimmer, in dem Band-Interviews statt finden. Hier werden täglich bis zu sieben Formate in nur einem Studio aufgezeichnet, dazu werden Kamerapositionen und Sets jeden Tag umgebaut. Zwei Personen sind dafür zuständig, die Aufnahmeleiterin und eine Auszubildende zur Mediengestalterin. „Das ist eine Frage der Finanzen. Unser Konzept ist so aufgebaut, dass das Studio im Notfall von einer Person bedient werden kann. Wir haben den Anspruch, dass unsere Leute alles machen können.“, erzählt Daniel Schindler. Und das Konzept geht auf. Für jedes Set steht das Licht, es müssen meist nur ein oder zwei Lampen gedreht werden, und die fünf Kameras bedient der Bildmischer per Joystick. „Das zweite große Standbein sind die Außenproduktionen wie beispielsweise über den CSD, Testspiele des 1. FC Köln oder das Weih-nachtskonzert von BRINGS. Wenn unser Signalübertragungs-Jeep nicht ausreicht, mieten wir dafür einen Übertragungs-Wagen an.“, erklärt der Produktionsleiter abschließend und damit endet die Füh-rung beim Kölner Heimatsender.

 

Herzlichen Dank an Daniel Schindler, center.tv und die Organisatoren von Expediton Colonia.

 

(Fotos: Annette Quast)

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