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Dreharbeiten zu ZDF-Kriegsdrama „Unsere Mütter, unsere Väter“(AT) zur Zeit in Porz.

 

Nach einer langen Drehphase in Litauen stehen Tom Schilling, Katharina Schüttler, Miriam Stein, Henriette Richter-Röhl, Götz Schubert (v.l.) und weitere Schauspieler nun in Porz vor der Kamera. Gedreht wird der ZDF-Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“ (AT), ein Generationen- porträt von fünf Freunden im Alter von Anfang 20 zur Zeit des Zweiten Weltkrieges.


Der Weg zum Drehort, einem Mitte des 19. Jahrhunderts erbauten Fort, ist aufgrund vom Regen des Vortages schlammig. Das stimmt auf gewisse Weise auf den Setrundgang im Basislager ein. Am Fort angekommen, erwartet die Journalisten ein „Partisanencamp“ und das Fort selbst wurde zum „Militärlazarett“ umfunktioniert. „Im Film gibt es insgesamt vier Hospitäler, das ist das nächste an der Front. Es ist provisorisch eingerichtet und für viele Verwundete, die am Eingang nach leicht und schwer Verletzten selektiert werden. Wir wollen damit die verzweifelte Situation rüber bringen.“, erläutert Thomas Stammer, Szenenbildner der Produktionsfirma TeamWorx Television und Film, beim Rundgang. Und es gelingt, der Anblick des Sets macht betroffen. „Unser Anspruch an den Realismus ist sehr hoch, deshalb haben wir medizinische und historische Berater hinzugezogen.“, führt Thomas Stammer weiter aus. Die vielen Details der Requisite sprechen absolut für sich und so erscheinen auch die beteiligten Schauspieler bei Fototermin und Pressegespräch in ihren historischen Kostümen.


Es geht um den Krieg und das, was er aus den Menschen macht. Es geht um die Anfang 20-Jährigen, ihre Haltungen, Verantwortungen und oftmals um die Entscheidung über Leben und Tod. Wir wollen damit die öffentlich-rechtliche Brücke zwischen der Jugend von damals und den heutigen Großvätern und -müttern schlagen.“, eröffnet Redakteur Alexander Bickel die Pressekonferenz. Die Front- und Kriegsgeschehen wurden in Litauen gedreht, nach der Setbesichtigung vermittelt nun ein Trailer erste Eindrücke der noch bis Anfang August dauernden Dreharbeiten.


Zum Inhalt des Dreiteilers:

 

Juni 1941, Tage vor dem Überfall auf die Sowjetunion. In Berlin treffen sich fünf Jugendfreun-de, um Abschied zu nehmen: Wilhelm, überzeugter Soldat der Wehrmacht,Friedhelm, sein weniger überzeugter Bruder, die lebenslustige Greta, die Nazis für Spießer hält und davon träumt, ein UFA-Star zu werden, die ernste Charlotte, die fest an den Nationalsozialismus glaubt und sich zur Krankenschwester ausbilden lässt, um Volk und Führer zu dienen, und schließlich der Jude Viktor, der verzweifelt seine Eltern zu überzeugen versucht, Deutsch-land endlich zu verlassen, und der sie am Ende zurücklassen muss. Sie verleben ein paar letzte ausgelassene Stunden, dann treibt das Schicksal sie auseinander. Fünf Freunde und die Verabredung auf ein Wiedersehen. Fünf Menschen am Ende ihrer Jugend und mitten im Krieg – ohne eine Vorstellung von dem, was dieser Krieg mit ihnen und der Welt machen wird.


Dabei werden die Entwicklungen der fünf Hauptpersonen in fünf Ebenen erzählt. Unser Zwi-schenstand im Drehprozess zeigt uns, dass die Schonungslosigkeit von Leidenschaft bis hin zur Selbstzerstörung authentisch rüber kommt.“, betont Drehbuchautor Stefan Kolditz. „Friedhelm mag Literatur und steht dem Krieg negativ gegenüber. Es gelingt ihm nicht, weiterhin ein moralischer Mensch zu bleiben. Er stirbt Stück für Stück, um am Leben zu bleiben.“, beschreibt Tom Schilling seine Rolle, auf die er sich gewissenhaft in einem Bootcamp mit Drillsergeant vorbereitet hat. „Auch wenn wir die Szenen nur spielen und es Platzpatronen sind, so sind dies Momente, die einem nachlaufen.“, führt der Schauspieler weiter aus. „Ich wollte mit meiner Großmutter über den Krieg reden, habe mich richtig darauf gefreut, doch sie wollte nicht. In der Schule habe ich zu wenig darüber gelernt, daher bin ich so dankbar, dass ich durch die Dreharbeiten diese 'Geschichtsstunde' bekomme. Es müsste noch viel mehr Filme darüber geben.“, sagt Schauspielerin Henriette Richter-Röhl.


Das ZDF möchte mit dem generationsübergreifenden Dreiteiler an seine erfolgreichen Projekte „Dresden“ und „Das Wunder von Berlin“ anknüpfen. Die 3 x 90 Minuten-Produktion kostet 14 Millionen Euro und wird von der Filmstiftung NRW, den FilmFernsehFonds Bayern, der Mittel-deutschen Medienförderung, dem Medienboard Berlin-Brandenburg, der Nordmedia sowie der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein unterstützt. Die Sendetermine des Kriegsdramas  "Unsere Mütter, unsere Väter" (AT) stehen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

 

(Fotos: Annette Quast)

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