Jubiläum und Preisverleihung beim Vorstellabend des "Stammtisch Kölner Karnevalisten".

Es ist geschafft – 11 Tage vor
der offiziellen Sessionseröffnung am 11.11. fand der letzte von sechs Vorstellabenden der Künstlervereinigungen statt.
Beim Opening zum 60. Jubiläum des Stammtisches passte keine Maus
mehr auf die Bühne des Maritim Hotels. Der Vorhang öffnete sich und
die Kinder- und Jugendtanzgruppen „Kölsch Hännes'chen“,
„Kammerkätzchen und Kammerdiener“, „De Höppemötzjer“ sowie
die „Rheinmatrosen Minis“ sangen gemeinsam mit „Blom un
Blömcher“, „De Räuber“, Marita Köllner, Peter Raddatz und
Willibert Pauels eine Kölsche Version von „The Show must go on“.
Damit fiel der Startschuss für das 5-Stunden-Programm.
Sogleich eroberte die „Original
Tanzgruppe Kölsch Hännes'chen“ mit ihrem neuen Tanzpaar Maurice
Ridder als Hänneschen und Claudia Drenke als Bärbelchen die
Bretter, die die Welt bedeuten. Nach erfolgreicher Darbietung der
neuen unterhaltsamen Tänze blieben die Kölschen Originale auf der
Bühne, während Georg Dull, Herausgeber des Künstler-Magazins,
Stammtisch-Eventmanager Peter
Kerscher zum Künstler des Jahres 2010
im Bereich Bauchredner kürte. Im Anschluss stellte die „Tanzgruppe
Kammerkätzchen und Kammerdiener“ ihr Können unter Beweis. Doch
der tänzerische Topact des Abends waren eindeutig „De
Höppemötzjer“. Mit vielen neuen Gesichtern und jede Menge Power
zu Samba- und Cha-Cha-Cha-Weisen verdienten sie sich die ersten
Standing Ovations absolut zu recht. Die Cheerleader des 1. FC Köln
sind immer gut einsetzbar, wenn eine Karnevalssitzung dem Ende
zugeht. Beim Vorstellnachmittag hatten sie jedoch mit einem
fehlerhaften Playback zu kämpfen.
Renate Heymans und Dieter Schmitz
alias „Knubbelefutz un Schmalbedaach“ läuteten die Redebeiträge
ein. Während „Schmalbedaach“ den Frauen nur noch hinterher
läuft, wenn es bergab geht, gab „Knubbelefutz“ beim
„Afrika-Leed“ mit der Trommel den Takt an. Dabei kamen die
Kölsche Woche em Busch und die Funkemaria in Tansania genauso gut an
wie das als Wellnesskur empfohlene „Bällbad“, das ansonsten nur
Kinder beim schwedischen Einrichtungshaus genießen. Die Lachmuskeln
des Publikums trainierten Kajo Kistemann und Rainer Krewinkel alias
„Botz un Bötzje“ vor allem mit ihren Missverständnissen zum
Hobby „Einlochen“. Das Eheseminar von Bernd Horbach und Dieter
Baumanns alias „Schlabber & Latz“ passte mit der
Traumpartner-Suche per Mausklick optimal zu dieser Thematik. Jürgen
Beckers als „Ne Hausmann“ befasste sich mit Abkürzungen per SMS
wie beispielsweise BBM – Bring Brot mit. Abräumer des Abends in
der Redner-Fraktion war diesmal Jupp Menth als „Ne kölsche
Schutzmann“. Er ließ kein Thema aus, nahm den U-Bahnbau, Jürgen
Roters als Phantom der Oper sowie als Problemtaucher auf die Schippe
und bemängelte, dass Kardinal Joachim Meissner kein Kölsch
verstehe, aber vom Kirchgänger Latein abverlange. Auch er erntete
Standing Ovations. Werner Beyer und Walter Schweder alias „Die 2
Schlawiner“ wurden mit dem Lied „Et kütt so wie et kütt“
angepriesen. Passender ging es nicht, denn durch diverse Texthänger
bewiesen sie ihr Talent als Stand-up-Comedians.
Die beste Mischung aus Schwaad un
Leedcher präsentieren immer noch „Blom un Blömcher“. Speziell
Hannes Blum ist sich für nichts zu schade und man ist jedes Jahr
gespannt, welche Parodien er bringt. So erklomm er diesmal als
„Müllemer Böötche“ die Bühne und verwandelte sich
anschließend in „Leg mal Eier, Landrut“. Dabei imitierte er den
Tanzstil der Gewinnerin des Eurovision Song Contestes mit sichtlich
viel Spaß. Dagegen konnten die Musikgruppen „De Neppeser“ und
„De Stroßefäjer“ das Publikum weniger begeistern. Mit
steigender Tendenz sangen und spielten sich die „Klüngelköpp“
und die „Kölsche Bengels“ in die Herzen des Publikums. Thomas
Sieger, Dirigent der „Domstädter Köln“, schafft es auch Jahr
für Jahr genau die richtigen Lieder für das Orchester zu
arrangieren. Mit „Do bes Kölle“, „Loch Lomond“ (die FC-Hymne
der Höhner geht allerdings mit Pipern und Trommlern erst so richtig
unter die Haut) und dem neu arrangierten Brings-Hallelulja trafen die
Domstädter den Geschmack des Publikums. Bevor Bruno Eichel das Orchester
jedoch abmoderieren konnte, erklangen noch die Töne von „Hey was
geht ab“ und damit ging es ab in die Pause. Die zweite Abteilung
eröffnete die Brass & Marching Band „Querbeat“ mit ihren
schrillen Kostümen. Die powervolle und furiose Musik der jungen
Gruppe lockte auch noch den letzten Besucher des Vorstellabends
zurück in den Saal des Maritim Hotels. Mit „Querbeat“ ist
Stimmung garantiert und man kann gar nicht stillsitzen. Das Finale
des Vorstellabends eröffnete Lutz Kniep alias „Dä Mann met dr
Trööt“ mit seiner Lasershow. Alle noch anwesenden Künstler kamen
zu seinen Trompetentönen zurück auf die Bühne, auf der anlässlich
des Stammtisch-Jubiläums eine 60 entzündet wurde und ein
Lametta-Regen vom Himmel fiel.
(Fotos: Annette Quast / Foto oben: Klaus Michels)