Künstlerin des Monats September 2010
Diesen Monat möchte ich Ihnen Kabarettistin und Schauspielerin Sia Korthaus aus Köln vorstellen.

Früh übt sich, wer einmal ein
Bühnenstar werden will. Das dachte sich auch die gebürtige
Ennepetalerin Sia Korthaus und gab ihr Debüt im zarten Alter von 11
Jahren. In der Aufführung „Max und Moritz“ des Kinderchores
mimte sie die Witwe Bolte und war dabei äußerst nervös. Ein
gutes Zeichen, denn Lampenfieber ist schließlich der beste Beweis
dafür, dass man genau das Richtige tut! Gesagt, getan – nach
bestandenem Abitur studierte Sia Korthaus Sozialpädagogik mit dem
Schwerpunkt Theaterpädagogik und begann parallel dazu eine
kabarettistische Grundausbildung. Bereits zwei Jahre später gehörte
sie der semiprofessionellen Gruppe „Dilletanten“ in Bochum an und
absolvierte dort vier Lehrjahre im politischen Kabarett. Schauspiel-
und Gesangsunterricht kamen ebenfalls hinzu. Bochum reichte der
damals angehenden Schauspielerin jedoch nicht mehr aus und so tourte
sie in den folgenden Jahren mit insgesamt 15 verschiedenen Kinder-
und Jugendtheaterstücken durch Deutschland, Österreich und die
Schweiz. Dies machte sie unter anderem zur Kennerin einer jeden
Autobahnraststätte in der DACH-Region und so musste eine
Luftveränderung her.
Eine zweiwöchige Pause wäre mal nicht
schlecht (so der anfängliche Gedanke), doch daraus wurde ein
einjähriges Intermezzo auf der Insel Gomera mit ihrem ersten
Solo-Programm „Wischen impossible“ und dem Duo (mit Barbara Groß)
„Gomera privat – Zwei Möwen packen aus“. Zurück in
Deutschland fand sich Sia Korthaus am Kresch-Theater in Krefeld
wieder und spielte dort die weibliche Hauptrolle in „Gerettet“
von Edward Bond. 1998 führte sie der Weg nach Köln, wo
sie den Pianisten und Komponisten Steve Nobles kennenlernte. Ein
neuer Bühnenpartner ward gefunden und so begleitete er die
Bühnenkünstlerin bei „Alles wird gut!“ am Piano (die
Gesangsstunden sollten sich ja schließlich mal bezahlt machen!).
Eine Ausbildungsstation musste aber noch her – die
Köln-Comedy-Schule. Sia Korthaus gehörte zum ersten Jahrgang der im
Rahmen des Internationalen Köln Comedy Festivals ins Leben gerufenen
Schule, dessen Schirmherr Rudi Carrell war. Dort lernte sie von
Dozenten wie David Shiner, Peter Shub und John Hudson.
Nach erstandenem Lachdiplom gab es für
die zugezogene Kölnerin kein Halten mehr. Zusammen mit Barbara
Ruscher spielte sie das Kabarett-Programm „aphrodi Sia K.“ im
Atelier Theater. Erste Fernsehauftritte unter anderem bei „T.V.
Kaiser“, „Höllische Nachbarn“, „RTL-SamstagSpätnacht“,
„WDR Kulturszene“ sowie die Kinofilme „Der Zimmerspringbrunnen“
und „Das Jahr der ersten Küsse“ folgten. Mit der Gloria-Sitzung
kam 2002 der Karneval hinzu und ein Jahr später das zweite
Solo-Programm „AmneSia“, mit dem sie an einigen Wettbewerben
teilnahm. Im Jahr 2004 brachte die Kabarettistin mit Heinz
Jülich-Fein das Trash-Programm „Siegrid und Roy – das
allerletzte Schlagerduo“ auf die Bühne. Und nach langer Zeit gab
Sia Korthaus auch wieder mal klassisches Theater mit „Was ihr
wollt“ von Shakespeare zum Besten, dabei spielte sie sogar ihre
Traumrolle Viola. „Shakespeare's sämtliche Werke (leicht
gekürzt)“ ergaben sich daraus ein Jahr später. Damit auch ja
keine Langeweile aufkam, sollte ein neues Solo her - „Nimm 2! Mach
3!“. Bei der Realisierung stand ihr Anka Zink als Regisseurin zur
Seite. So reiste sie diesmal mit ihrem eigenen Programm durch die
Republik, ohne Check der Autobahnraststätten. Im Jahr 2006 gewann sie
den Nachwuchspreis für Kabarettisten und Comedy-Talente „Amici
Artium“ und gehört mittlerweile zu den Künstlern des Mainzer
Unterhauses sowie zum Ensemble der alternativen Karnevalssitzung
"Pink Punk Pantheon" in Bonn.

Seit 2007 tourt sie mit ihrem nächsten
Solo-Programm „Auch Glückskekse krümeln.“, entdeckte inzwischen die schwimmenden Bühnen für sich und tat sich in
diesem Jahr mit vier Kolleginnen zur Comedy Revue „Sekt and the
City“ zusammen. Momentan tritt sie zudem bei der Kabarettbundesliga
2010/2011 an und ist in verschiedenen Mixshows, darunter im Quatsch
Comedy Club Berlin, im Comedy Club Bremen und im Spektakel 2.0 Wien,
zu sehen.
Wer weiß, was man von der kleinen Witwe
Bolte von damals noch so alles zu sehen bekommt?!
Hier finden Sie Infos zu ihren Programmen und Termine.
(Fotos: Danny Frede / Wolfgang Weimar)