Rote
Funken: „Kölle sök d'r Supertalent-Knubbel“.

„All
we need is Funke-Beat“ - so lautet das Motto des diesjährigen
Sessionsordens der Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V. Und genau
diesen Beat stellten die Rekruten des Jahrgangs 2011 sowie die vier
Knubbel der Corpsgesellschaft beim Regimentsexerzieren absolut unter
Beweis. Nachdem der tongebende Orden auf der Bühne live und in Farbe
vorgestellt wurde, demonstrierten die sieben Rekruten, warum sie Rote
Funken werden wollen. Dazu sangen, tanzten und exerzierten sie und
das in Perfektion – jeder stemmte einmal Marie Martina Pourrier und
dank eines Oberstleutnants des Bundeswehr-Wachbataillons in Siegburg
lieferten sie eine vortreffliche Wachbataillon-Choreographie ab. Doch
auch diesen Einsatz ließ man als Begründung nicht durchgehen. „Die
Funke künne militärischen Drill nit ligge, die persiflieren dat.“
Die Lösung lag viel näher: „Dat kannste nit expliziere, dat es e
Jeföhl!“ Treffer versenkt – Prüfung bestanden!
Weiter
im Programm ging es mit der Wahl zum Supertalent-Knubbel. Die auserkorenen
Präsidenten-Juroren, bestehend aus Frank Remagen (Ehrengarde), Theo Jussenhofen (Blaue Funken) und Kurt Stumpf (Prinzengarde), nahmen am
Jury-Tisch Platz und schon brachte der 3. Knubbel mit Gesang und Tanz
zum 55 Jahre alten Schellack-Schätzchen „Tünnes und Schäl werden
jetzt Soldat“ von Kurt Ludes nostalgische Stimmung in den Saal.
„Wir müssen erst einmal klären, wer Dieter Bohlen, Sylvie van der
Vaart und Bruce Darnell sind.“, gaben die Präsidenten-Juroren zu
bedenken. Die Urteile fielen dementsprechend hart aber herzlich aus,
einschließlich Recall. Der 2. Knubbel tanzte auf „YMCA“. Auch
hier gab es unterschiedliche Meinungen, doch letztendlich kam der „Boyauflauf“ einstimmig in die nächste Runde.



Wie es
sich für eine TV-Castingshow gehört, folgte nun eine
Werbeunterbrechung. Darin erhielten verdiente Funken Ehrungen für
ihre 40, 50, 55, 60 bzw. 65 Jahre Mitgliedschaft. Der 4. Knubbel
eröffnete im Anschluss den zweiten Teil des Wettbewerbs und
präsentierte in einem Kommede-Stück, was sich so alles auf einem
Knubbelabend abspielt, die wartende Ehefrau samt Nudelholz inklusive.
„Das war eine schöne Parodie. Ich gebe Euch dafür 11 von 10
Punkten.“, verkündet Kurt Stumpf sein Urteil. „Dat wor ne
praktische Lebenshilfe för ne Knubbelovend.“, schließt sich Theo
Jussenhofen an und Frank Remagen fügt hinzu: „E Stückche us em
Lävve. Großes Kompliment, dat wor Kino!“ Last but not least
zeigte der 1. Knubbel, gemeinsam mit Ex-Marie Tanja Wolter an erster
Front, bei einer Tanzshow von Marsch, „It's raining man“, „We
will rock you“ über Jacques Offenbach bis hin zu „Waka Waka“,
wie viel Beat-Jeföhl in Armen, Beinen und Hüften steckt. Publikum
und Jury zeigten sich total begeistert. „So viele Schrittfolgen bei
einem acht Minuten dauernden Tanz im Kopf zu behalten - das ist für
Männer eine mentale Höchstleistung.“, betont Juror Theo
Jussenhofen. Da bei den Roten Funken nicht das Publikum sondern die
Jury zu entscheiden hatte, zog sich dieser nun mit seinen beiden
Mitstreitern zurück.



Während
dessen erfolgten im zweiten Werbeblock die Beförderungen. Um diesen
einen besonderen Rahmen zu verleihen, holte Präsident Heinz-Günther Hunold dazu die anwesenden Tanzpaare der anderen
Traditionskorps auf die Bühne. Die Geehrten, darunter JvW-Präsident
Jörg Mangen und Blaue-Funken-Senatspräsident Peter Griesemann,
durften den Mariechen sowie der Marketenderin dann einen Blumenstrauß
überreichen, mit Bützje versteht sich. Werbepause vorbei, auf zum
großen Finale! Jetzt wurde es relativ leer im Saal, dafür recht
voll auf der Bühne, denn das gesamte Corps zog ein und nahm die
Präsidenten-Juroren in die Mitte. „Es haben alle gewonnen.“,
erklärt Frank Remagen im Namen der Jury. Mit einer Überraschung
trumpfte er jedoch auf. Der 1. Knubbel hat nun ein Engagement für
die ZDF-Fernsehsitzung der Ehrengarde. Dies verursachte großen Jubel auf der Bühne und im Saal. Um dies gebührend zu
feiern, tanzte die Marie mit ihrem Jung.



(Fotos: Annette Quast)
Da die
Veranstaltung mit den Rekruten begann, sollte sie auch mit diesen
enden. So wurden Thomas Hedwig, Nils Luber, Toni Oberbörsch, Hans
Georg Plotz, Heiner Rodenbücher, Christoph Schmitz, Frank Schröder
sowie Oberbürgermeister Jürgen Roters zu guter Letzt vereidigt und
erhielten ihre Spitznamen. Mit dem traditionellen Zapfenstreich
schloss die Veranstaltung.
Fazit:
Die Roten Funken bewiesen mit ihrem hervorragenden Bühnenprogramm,
was den Karneval in erster Linie ausmacht – Spaß an d'r Freud!