Cäcilia Wolkenburg feierte Premiere mit „Kölner Jungfrau – dringend gesucht!“
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Es ist geschehen – Köln hat erstmalig eine Oberbürger- meisterin, Ursula von den Sinnen. Auf ihrer Wahlparty beschließt die erste Oberbürgermeisterin Deutschlands sogleich die erste Amtshandlung, die Einführung einer Quotenfrau. Die Jungfrau im Kölner Dreigestirn soll von einer Frau dargestellt werden.
So beginnt das neue Gastspiel „Kölner Jungfrau – dringend gesucht!“ der Bühnenspielgemeinschaft im Kölner Männer-Gesang-Verein (KMGV), das am Sonntag (15. Januar) Premiere feierte. Die Idee zum Libretto bekam Regisseur Kalle Kubik beim Zeitungslesen. Da das Thema „Quotenfrau“ immer wieder in den Medien erscheint, recherchierte er nach Kölner Frauen, die etwas Besonderes geleistet haben. Dabei stieß Kalle Kubik auf die deutsche Frauenrechtlerin und Bildungspolitikerin Mathilde von Mevissen (1848 – 1924) sowie auf die erste Bürgermeisterin (1908) von Aldeburgh (England) und Europa, Elizabeth Garrett Anderson. Auch der Name Hella von Sinnen tauchte beim Surfen im Internet auf. Diese Kombination regte die Phantasie des Regisseurs an und das neue Stück der Cäcilia Wolkenburg entstand.
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Zum Inhalt: Im Sommer des Jahres 1922 wird Ursula von den Sinnen unter dubiosen Umständen zum ersten weiblichen Oberbürgermeister der Stadt Köln gewählt. Ihre erste Amtshandlung ist die Einführung einer Quotenfrau im Dreigestirn des Kölner Karnevals. Wo Jungfrau draufsteht, soll auch Jungfrau drin sein. Aber so einfach ist das nicht. Die wenigen, die vor der Jury erscheinen sind hässlich und untalentiert. Einzig das Model eines Malers fällt durch Schönheit und Anmut auf. Aber Leonore kommt aus Sachsen und spricht kein Kölsch. Für Jan Op den Hippt, Mitglied der Jury und Professor an der "Akademie för uns kölsche Sproch" kein Problem. Er wettet, dass er es bis zur nächsten Session schafft, aus der 'sächsischen Kraat' ein echt kölsches Mädchen zu machen...
Auch wenn das Divertissementchen, wie üblich, in einer früheren Zeit spielt, bleiben aktuelle Themen nicht aus. So wird die Suche nach der Quotenfrau zum Casting „Köln sucht die Superjungfrau“ mit 111 Bewerberinnen, inklusive einer tanzenden Walldorfschülerin. Abgesehen von der herrlichen Geschichte läuft das Ballett in diesem Jahr zu Höchstformen auf, ob Westernstyle, Stepptanz, Charleston, Schuhplattler oder Ballett mit Hebefiguren. Auch Bühnenbild und Kostüme sind eine Augenweide, besonders die Modenschau in der Kölner Flora. Musikalisch bieten Thomas Guthoff und sein Orchester eine wundervolle Mischung aus klassischen, kölschen und modernen Tönen. Dabei berührt vor allem das umgetextete Stück aus „Drei Nüsse für Aschenbrödel“. In dieser Szene legt der Sprachfehler behaftete Schuhfabrikant Heinz Harald Herkenrath „HHH“ seiner Angebeteten Leonore mit extra für sie angefertigten Schuhen sein Herz zu Füßen. Er ist jedoch nicht der einzige Verehrer der Kölner Jungfrau in spè. Somit gehört auch ein wenig Buhlerei um eine schöne Frau zur Geschichte. Das Ende gestaltet sich anders als erwartet.
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(Fotos: (c) Annette Quast)
Weitere Vorstellungen "Kölner Jungfrau - dringend gesucht!" im Kölner Opernhaus bis einschließlich Karnevalsdienstag.