Guido Verstegen erzählte die Geschichte von "Novecento".
Das Jahrgangstreffen zog den in München lebenden Schauspieler
Guido Verstegen in seine Heimatstadt Siegen. Diesen Aufenthalt nahm er zum Anlass, Schulkameraden und weiteren Theatergästen seine Wiederaufnahme des Einmannstückes "Novecento - Die Legende vom Ozeanpianisten" von
Autor Alessandro Baricco zu präsentieren.
Foto: Annette Quast
Zum Stück: Seine Kollegen sind alle auf Landgang, als der
Matrose Danny Boodmann eines Morgens im luxuriösen Ballsaal des
Ozeandampfers "Virginian" einen Pappkarton entdeckt. Darin ein
ausgesetztes Baby. Noch ahnt keiner, welch seltsames Schicksal dieses
Findelkind haben wird, dem die Seeleute den Namen seines Geburtsjahres
geben: Novecento, 1900. Aus dem Jungen wird der
sagenhafte Ozeanpianist, der mit wundervollen Klängen die Herzen der
Passagiere berührt und Zeit seines Lebens nicht mehr von Bord geht.
Guido Verstegen übernimmt in der intelligenten Erzählung die Rolle von Trompeter Tim
Tooney, der Novecentos Musiker-Kollege und einziger
Freund ist. Dabei erweckt der Schauspieler die Geschichte in einer Gradwanderung zwischen
Melancholie und lebensklugem Witz zu neuem Leben. Von der ersten Sekunde an schafft es Guido Verstegen, seine Zuschauer zu fesseln und ihnen die Welt aus einer anderen Perspektive zu zeigen. Man fühlt sich, als wäre man mit an Bord. Nicht nur die Charaktere von Novecento und Tim Tooney lässt der gebürtige Siegener wieder aufleben, sondern schlüpft auch in die Rollen
des Conferenciers, einer reichen Lady, von Kellner Sam Stull und vielen weiteren Crewmitgliedern der "Virginian". Spannend bleibt während des 90-Minuten-Stückes - wird Novecento jemals das Land betreten?! Der Applaus beweist, dass der Münchener Schauspieler das Siegener Publikum in den Bann des Ozeanpianisten ziehen konnte.
"Mir persönlich sagt und gibt 'Novecento' so einiges. Es gibt viele Wege zum Glück, es gibt eben nicht nur eine Möglichkeit. Du musst bereit sein, deinen Weg zu gehen, ohne darüber nachzudenken, was wohl andere davon halten. Du muss lieben, was du tust und das tue ist! In 'Novecento' steckt so viel drin: Angst vor dem Scheitern, der Umgang mit großen und kleinen Wünschen, eine ganz besondere Freundschaft, Musik, Melancholie und Witz."
erklärt Guido Verstegen nach der Vorstellung. "In der Heimat zu spielen
war natürlich etwas ganz Besonderes. Auf der einen Seite weißt du
ja, dass dieses Publikum dir auf jeden Fall wohl gesonnen ist und
letztlich nicht soviel schief gehen kann. Auf der anderen Seite
willst du es aber auch besonders gut machen." berichtet er abschließend. Die vielen Glückwünsche der ehemaligen Schulkameraden bestätigten sogleich, dass dieses Vorhaben gelungen ist.