Pänz över Pänz feierten bei den Roten Funken.
"Pänz, Pänz, wo mer jeit un steit nur Pänz, Pänz, Pänz."
Genau genommen feierten über 700 Pänz, ob Indianer, Mickey Mouse oder Funkemariechen, ausgelassen mit ihren Eltern und Großeltern bei der Kindersitzung der Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V. Und das bei einem Spitzenprogramm mit den kleinen und großen Roten Funken, dem Kinderdreigestirn, Aktionen des Spielezirkus sowie den Kinder- und Jugendtanzgruppen "Kölsch Hänneschen", "Pänz vun Gereon" und "Schnäuzer Pänz".
Da gingen nicht nur die Herzen der kleinen Karnevalsjecken auf. Auch Hans-Günther Hunold, Präsi- dent und Kommandant der Gesellschaft, und seine Vorstandskollegen genossen die Wahnsinns-stimmung in vollen Zügen und freuten sich über die strahlenden Kinderaugen. So war es auch nicht verwunderlich, dass der Elferrat aus jungen und junggebliebenen Roten Funken bestand. Dat is eben gelebte Funken-Famillisch met janz vill Hätz!
Den krönenden Abschluss des Funkennachmittages bildete die Band
Domstürmer. Kinderjeck wie Frontmann Micky ist, begab er sich bei den Songs wie "Über Köln da lacht die Sonne" oder "Happy Weekend" kniend auf Augenhöhe, in die Mitte der Kinder und startete eine Polonaise. Pänz Alaaf!
(Fotos: Annette Quast)
"De Höppemötzjer" verteidigten ihren Titel beim 7. Colonaden-Pänz-Pokal.

Bereits zum siebten Mal traten Kinder- und Jugendtanz-gruppen aus Köln und Umgebung zum Colonaden-Pänz- Pokal in der Markthalle des Kölner Hauptbahnhofes an.
Mit 17 Gruppen verzeichneten die Veranstalter in diesem Jahr sogar eine Rekordbeteiligung. Das erfreute auch die zahlreichen Reisenden, die sich die tänzerischen und akrobatischen Darbietungen des Nachwuchses nachmit- tags vom 22. bis 28. Februar anschauen konnten.
Doch bevor es am 28. Februar zur Verkündung und Ehrung der Sieger ging, wurde erst ein Erinnerungsgruppenfoto auf der Domtreppe gemacht. Dabei war dem ein oder anderen Nachwuchstänzer die Aufregung ins Gesicht geschrieben, schließlich hieß es einen Pokal zu ergattern. So strömten zahlreiche Kinder und Jugendliche samt Trainern und Eltern nach erfolgtem Shooting in die Markthalle der Colonaden. Dort scharrten sie sich gruppenweise um die Bühne und harrten der Dinge, die da kamen. Die vier Pokale, darunter erstmalig ein Jurypreis, funkelten verschwörerisch. Die Jury, bestehend aus Jörg Orth, Horst Schwiperich, Ulrich Sowade sowie Martina Kokoras, hatte entschieden und überreichte Urkunden und Pokale an die Gewinner.
1. Platz: Höppemötzjer der KG Kölsche Narren Gilde
2. Platz: TeichGirls Kreuzkapelle aus Much
3. Platz: Kölsche Greesberger e.V. Köln von 1852
Jury-Preis: Kindertanzgruppe "Rötsch mer jeit"
(Fotos: Annette Quast)
Wilfried Wiltschek wurde mit der "Nase des Monats" ausgezeichnet.
Früher flüchtete Physiotherapeut Wilfried Wiltschek vor dem Karneval in den Skiurlaub, doch dann lernte er seine Frau, Claudia Strauch, kennen und die Ex-Marie der Nippeser Bürgerwehr (1991-1994) infizierte ihn mit dem Karnevalsvirus. So tanzte er einige Jahre bei den Hellige Knäächte un Mägde und seit dem Jahr 2001 stellt er den Sessionstänzern seine heilenden Hände zur Verfügung. Abend für Abend zieht Wilfried Wiltschek nach Praxis-schluss durch die Säle und verarztet dort als Ersthelfer die Verletzungen der Aktiven. Dabei absolviert der ehemalige Tänzer knapp 400 Einsätze und bezahlt die Versorgungsutensilien, darunter 250 Rollen Tape pro Session, aus eigener Tasche. "Viele würden einfach weitertanzen und denken nicht an Spätfolgen. Ein Anruf genügt, ich tape den Verletzten im Bus auf dem Weg zum nächsten Auftritt und fahre mit dem Taxi dorthin zurück, wo sie mich aufgelesen haben.", berichtet Wilfried Wiltschek. Die Tanz- gruppenleiter hören auf ihn. Schließlich hat er als Physiotherapeut seine Grenzen und wenn es nicht mehr geht, dann rät er zum Arztbesuch am Montag. Seine heilenden Hände haben sich mittlerweile herumgesprochen und so versorgt er neben Tänzern auch Roadies, Bandmitglieder sowie Redner.
Dieses Engagement nahmen die Initiatoren des kölschen Preises mit Hätz un Verstand zum Anlass und verliehen Wilfried Wiltschek die 12.
Nase des Monats, die Entscheidung der 11 Jurymit

glieder war sogar einstimmig. Mitinitiator und Juror
Dirk "Rollo" Jochmann fertigte dafür eine Illustration mit Rotkreuz-Krätzchen, Spritze sowie Salbentube an. Beim Pressefrühstück überreichte der Künstler die Ehrung gemeinsam mit Initiator Horst Müller, Geschäftsführer der Agentur alaaaf.de, und den Juroren Dr. Joachim Wüst, Vizepräsident der Festkomitee Kölner Karneval, und Mar- kus Wallpott, Präsident der Bürgergarde "blau-gold" von 1904 e.V. "Für meinen Einsatz habe ich nie eine Gegenleistung bekommen, ohne Herzblut geht das nicht. Durch den Preis fühle ich mich gebauchpinselt und widme ihn den Tanzgruppen, denn die Mädchen und Jungs bringen ein starke Leistung.", erklärt der Physiotherapeut gerührt. Wie sehr die Initiatoren und Juroren sei- nen Einsatz schätzen, bewies neben dem Applaus vor allem die zahlreiche Teilnahme an der Ehrung. So gratulierten auch Hubert Koch, Lukas Wachten und Dieter Steudter dem verdienten Ehrenamtler.
Fotos: Annette Quast