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Impressum
Literarisches Komitee präsentierte seinen Nachwuchs im Sartory.

Früh übt sich, wer einmal ein Karnevalsstar werden will. Diese Gelegenheit gab das Literarische Komitee des Festkomitees Kölner Karneval von 1823 e. V. seinen Absolventen beim traditionellen Vorstellnachmittag "Treffpunkt Nachwuchs" im Sartory.

Bevor die Flöhe der KG Große Allgemeine von 1900 als erster Programmpunkt einmarschierten, begrüßten Markus Ritterbach und Karl Becker den Paten des Nachwuchses, Hans Hackenberg. Zu dessen Ehren präsentierte die Kindertanzgruppe auch ihren ersten Tanz zu einem Brings-Medley in üblicher Karnevalstanz-Manier. Beim zweiten Auftritt zu Liedern der "Wanderer" stellte der jüngste Nachwuchs des Nachmittags seine Modern-Dance-Qualitäten unter Beweis. Der Spaß stand den Tänzerinnen und ihren zwei Tanzoffizieren absolut ins Gesicht geschrieben - eine gute Vorraussetzung, um das Publikum zu begeistern. Ein gemeinsamer Auftritt mit den "Wanderern" wäre vielleicht mal eine gute Idee!

Inken Wirths ist keine Unbekannte mehr. Aus dem "Mariechen us Dellbrück" ist jedoch mittlerweile Marilyn Monströs geworden. Die Umwandlung vollzog die 14-Jährige auch sogleich auf der Bühne - vom kleinen Schulmädchen zur jungen Frau - und erzählte unter anderem von ersten WG-Erfahrungen, op Kölsch versteht sich. Die Schülerin präsentierte ihre Rede sehr selbstsicher und wird bestimmt ihren Weg im Kölner Karneval gehen.


Die Band Kölschraum befindet sich im zweiten 'Lehrjahr' an der Akademie des Festkomitees, das zahlt sich bereits aus. Es haben zwar schon andere Künstler die Funkemarie besungen, doch die Ballade der vier Musiker ist (bisher) nicht zu toppen! Nicht nur der Song selbst berührte das Publikum zutiefst sondern auch die passenden Hebefiguren des Luftflotten-Tanzpaares, Julia Lievers und Bastian Paffenholz. Nach diesen bewegenden langsamen Tönen bewies die Band mit "Samba Colonia", dass sie ebenso anders kann. Das Publikum konnte sich auch diesem heißen Rhytmus nicht entziehen.


Als "Lady Gaga aus der Papageiensiedlung" beschreibt sich Et Vingströschen in ihrem Redebeitrag selbst. In pinkem Outfit mit Minirock in Größe SE (Small Elephant) erzählt Sabine Matscheroth vom "Sonnenstudio Grillstübchen" in Vingst, ihrem Freund Achmed und Begebenheiten aus der Hundeschule mit ihrem Pitbull Shakira. Die Rolle ähnelt der Figur "Nikoll aus dem Nagelstudio" von Gaby Köster und passt zu ihr. Zum guten Schluss setzt sie kurz zum Bauchtanz an, das Publikum ist vollauf begeistert. Doch wie begonnen so zeronnen. Mein Tipp: Die Rede etwas kürzer fassen und mehr Bauchtanz!!!



Bisher spielte das Orchester Helmut Blödgen 'nur' zum Auftakt der Veranstaltung und diverse Tuschs während der Nachwuchsreden. Dank der Entertainerin Angela Krüll konnten die Musiker nun ihr Können unter Beweis stellen. Mit "Wieverfastelovend" und "Wat willste maache" brachte die Sängerin das Publikum gemeinsam mit dem Orchester zum Schunkeln. Ihre wahre Stimmgewalt zeigte sich bei ihrer kölschen Version von "I am what I am". Angela Krüll lässt sich mit keiner anderen Sängerin im Kölner Karneval vergleichen, sie präsentiert eine neue Marke. In der rothaarigen Powerfrau stecken mit Sicherheit noch mehr Überraschungen!


Bereits seit über 10 Jahren sorgt Hastenraths Will mit dem "Rurtal Trio" auf den Karnevalsbühnen seiner Heimatregion für Begeisterung. Jetzt startet der Landwirt aus Safeln auch solo durch. Das war eine gute Entscheidung! Köln-typische Gags hört der Sitzungskarnevalsbesucher en masse. "Hastenraths Will" bringt hingegen seine Heimat ins Spiel und beschreibt Köln aus seiner Sichtweise. "Das ist der sympathische Verkehrsknotenpunkt zwischen Bergisch Gladbach und Hürth. Bei diesem Anblick hat sogar meine Gänsehaut eine Gänsehaut bekommen." und "Der Rhein ist ein Jungbrunnen: Trinkst Du einen Liter davon, wirst Du nicht alt." Mit Improvisation und Gags am laufenden Band hat sich der Solo-Newcomer die ersten Standing Ovations des Vorstellnachmittages redlich verdient. Mehr davon!!!


Die Band Planet Kölle setzt sich aus zwei Akustik-Gitarren, Quetsch, Schlagzeug und der Sängerin Sonja Wieland zusammen. Mit ihren Liedern "Hück is hück" und "Mer muss och jünne künne" brachten sie leise irische Töne in den Sartoy, das gefiel und animierte zum Schunkeln. Auch Sonja Wieland gab erst beim dritten Lied ihre wahre Stimmgewalt preis. Rockig und mit einem Augenzwickern sang sie von Versuchen in der Muckibude ein paar Pfunde zu verlieren. Der Beifall besagt: mehr davon!  


Tino Selbach als Tino vom Taxi hat seine drei Lehrjahre an der Akademie nun absolviert. In den vergangenen Sessionen verstand er es vortrefflich sein Publikum zu begeistern. Auch beim Vorstellnachmittag bewies er mit "Alaaf" ("Feel" von Robbie Williams) und der Arie am Schluss des Vortrages sein hervorragendes Können als Sänger. Der Redebeitrag dazwischen - über die Stadt, das Opernquartier und die KVB - kamen beim Publikum jedoch nicht so gut an. Lieber mehr Liedgut als Reden, denn als Opernsänger im Karneval ist Tino vom Taxi einzigartig und grandios.




Mit einem Bläsersatz aus Trompete, Saxophon und Posaune unterscheidet sich die acht-köpfige Band Kölsche Adler von den anderen Musikgruppen im Kölner Karneval. Diesen besonderen Sound brachten die Musiker bei ihren Songs "Lange Naach", "Bild vum Dom" und "Hännesche Poope vum Isermaat" ohne Zweifel rüber. Doch mit Sicherheit steckt noch viel mehr Feuer in ihnen.
Lasst es raus!


Pfundig ging es bei Kai Kramosta als Ein Pfundskerl zur Sache. Er thematisierte seine Figur, nahm kein Blatt vor den Mund und sich dabei selbst auf den Arm: „Ich glaube, dick sein liegt an den Genen. Es gibt das Adipositas-Gen, das Molligkeits-Gen und das Zum-Kühlschrank-Gehen.“ Schwimmen und auch die Muckibude hat er ausprobiert. So war es auch nicht verwunderlich, dass er plötzlich auf dem Rücken lag und die Fahrrad-Übung präsentierte. Die Beine bewegte er dazu nur kurz, denn "jetzt fahre ich abwärts". Lachsalven während seines Beitrages und Standing      Ovations im Anschluss sprachen für sich.                                       Fotos: Annette Quast

Des Weiteren stellten "Et Jüppche vum Kreechmaat", "De 2 Jlöckspilze", "Der Präsident", "Papallapap", "Ne Schwaad-Lappe" und "Narrenrock" ihr Talent unter Beweis.


Fazit: Mit "Hastenraths Will" und "Ein Pfundskerl" hat das Literarische Komitee zwei absolute Volltreffer gelandet. Bei beiden Rednern ist schon jetzt kein Halten mehr, sie haben das Zeug, um sich unter die erfolgreichen Karnevalskünstler zu mischen. Auch musikalisch hat die Akademie einige gute Künstler zu bieten.


 

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