Kunstunterricht einmal anders - in Kooperation mit dem Kunsthaus Rhenania.
Mit einem Arttalk eröffneten die im Kunsthaus Rhenania ansässigen Künstlerinnen
Elke Kim und
Natascha Sonnenschein Anfang Mai ihre Ausstellung "Quantum - Orchideen lügen nicht". Dieser Einladung folgten auch Schülerinnen und Schüler der
Theo-Burauen-Realschule aus der Kölner Südstadt, und stellten den Künstlerinnen wissbegierig Fragen über Kunst im Allgemeinen, ihre Werke und das Künstlerdasein.
Diese Neugierde war nicht verwunderlich, denn die Klassen 5, 7 und 9b der Realschule erhielten von Kunstlehrerin Monika Ficon die Aufgabe, selbst eine Ausstellung auf die Beine zu stellen. Nach dem Besuch des Arttalks und den Ateliers der Künstlerinnen war das Thema schnell gefunden - "Spiel mit dem Schein". Auf unterschiedliche Weise, sowie altersgemäß näherten sich die Klassen der Thematik im Kunstunterricht. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen!
Stolz präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihre Werke im Kunsthaus Rhenania. "Es ging im Unterricht nicht nur um die Gestaltung der Kunst und die Auseinandersetzung mit dem Thema an sich, sondern die Schüler hatten auch Spaß daran den Raum zu gestalten." berichtet Monika Ficon. Die Führung durch die Ausstellung übernahmen die Schüler sogar selbst. Die Klasse 5 beschäftigte sich mit Abformungen von Alltagsgegenständen, und stellte diese im Eingangsbereich als Mobiles dar. Im Gegensatz dazu setzte sich die Klasse 7 mit dem eigenen Ich auseinander. "Indem die Schülerinnen und Schüler die Porträts von Prominenten übermalten, bekamen diese Bilder eine ganz neue Aussage. Der 'Schein' der Reichen, Schönen und Mächtigen wird so auf eine lächerliche und wenig bedeutsame Ebene geführt. Die übermalten Porträts sollen den Betrachter dazu einladen, sich mit dem Nicht-Sichtbaren zu beschäftigen und die Menschen auf eine neue, nicht offensichtliche Weise zu betrachten." beschreibt Referendarin Helene Hilberath die Arbeiten der Siebtklässler. Last but not least repräsentierte die Klasse 9b die Jugendkultur anhand von digitaler Fotokunst. Dabei entfunktionalisierten die Schülerinnen und Schüler Alltagsgegenstände und entwickelten in ihrer Darstellung eine eigene perspektivische Bildsprache. Mitschüler und Eltern zeigten sich begeistert von der Schülerausstellung, auch Elke Kim beeindruckte das Resultat. "Die Kinder suchen nach Ausdrucksformen, und so wollten wir sie gemeinsam an die Kunst heranführen. Ich finde das ist sehr gut gelungen - die Schülerinnen und Schüler haben Spaß an der Kunst bekommen und eine neue Art der Meinungsäußerung gefunden." betont die Künstlerin. "Meine Söhne besuchen die Realschule, dadurch entstand die Kooperation zwischen dem Kunsthaus Rhenania, Schulleiter Frank Görgens und den Lehrern." erklärt Elke Kim abschließend.


Fotos: Annette Quast / Nadine Sprung