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Klub Kölner Karnevalisten: Vorstellabend mit hervorragendem Programm & Ehrungen. 

 

Auf der Bühne im Festsaal des Maritim Hotels ging es hoch her. Der Klub Kölner Karnevalisten (KKK) hatte zum Vorstellabend geladen. Bekannte Gesichter aus dem Kölschen Fastelovend gaben sich das Mikrophon in die Hand. Von Nachwuchs war leider keine Spur. So eröffnete kein Geringerer als Marc Metzger den Künstlerreigen. Ich bin nicht Programm, ich bin Prolog! Ein Prolog ist eine ziemlich kurze Rede im Maritim. Presseleute, haltet die Stoppuhr bereit!, verkündete Dä Blötschkopp und gab auf brillant wortgewandte Art seine angeblich nicht vorbereitete Rede zum Besten. Äußerst quali-tativ präsentierten sich auch die weiteren Redner des Abends. So berichtete Et Rumpelstilzje (Fritz Schopps) die neuesten Neuigkei-ten aus dem Märchenwald und erntete für seine Ausführungen über die Geissens und Co viel Applaus. Achnes Kasulke (Annette Esser) hat sich in ihren fünf Jahren als selbsternannte letzte deutschsprachi-ge Putzfrau vor der Autobahn“ enorm gesteigert. Ihre Witze haben Biss und die Pointen begeistern das Publikum. Martin Schopps hat seine Rednerschule mit Bravour bestanden und meistert nun als Profiredner Themen aus seinem Schulleben, von Männern und Frauen, Hunden und Katzen, oder der 30-jährigen Midlife-Crisis von Silvio Berlusconi. Letzteren sowie Arnold Schwarzenegger besang er dabei mit der Akustikgitarre. Die Standing Ovations waren absolut berechtigt! Die "Beckendorfer Knallköpp" (Lydia und Rolf Goliasch) begrüßten die Gäste im Saal mit einem freudigen „Hallo erst mal“. Ihr Kölsches Zwiegespräch zwischen Silberhochzeit, Kneipe und Küche brachte unzählige Lacher hervor. Lydia: "Du hess mer doch versproche, ne andere Minsch ze werde!" Rolf: "Ich bin ne andere Minsch jewoode. Äver der süff och". Herrlich bissig aus dem Leben eines lang verheirateten Paares gegriffen und absolut passend für die Kölschen Bühnen! Klaus & Willi (Bauchredner Klaus Rupprecht mit Affen-Handpuppe Willi) bezeichneten die Veranstaltung frei nach dem Sessionsmotto Jedem Jeck sing Pappnas als Verkaufsmesse für Pappnasen. Die erstklassige Rede fand ihren Höhepunkt in der Persiflage der Seitenbacher Müsli-Werbung in perfektem Schwäbisch. Standing Ovation waren da selbstredend!

 

 

Auch musikalisch hatte der KKK-Vorstellabend einiges zu bieten, abgesehen von einigen tech-nischen Problemen. Den Anfang machten Die Kalauer (Rainer Höfer und Gottfried Kalenberg). Mit „Der Euro-Rettingsschirm“ auf die HÖHNER-Melodie von „Schenk mir Dein Herz“ oder „Frau’n aus Amsterdam, die nen Hamster ham“ steigerten sie sich bis zum „Wenn Deine Frau wie ein Schimpanse schreit, dann ist’s soweit, Zalando“ auf „Fernando“ von ABBA. Letzter Song sowie das Cover vom BRINGS-Hallelulja ließen den Saal förmlich aufleben. Die „Domstürmer“, verstärkt durch Trompeter Ingo Baum und Posaunist Michael Knipprath, brachten das Publikum ebenfalls in Wallung. Beim bereits bekannten Reggae-Ohrwurm „Happy Weekend“ sowie beim neuen „Mach‘ dein Ding“ sang das Publikum lauthals mit. Die Band bringt ihren Spaß an der Musik und ihren Enthusiasmus auf der Bühne absolut rüber und der neue Song hat absolutes Potential zum Ses-sionshit!!! Weiter so! „De Boore“ zeigten sich mit ihrem neuen Frontmann Torben Klein im Okto-berfest-Outfit und waren anfangs einfach nur laut. Neue Titel wären sicherlich von Vorteil gewesen. Die Band ist jedoch ausbaufähig. Die A-cappella-Gruppe „Wanderer“ erfreute mit „Bütze is jesund, hätt d’r Doktor jesaat“ so manchen Jecken im Saal. Ein weiterer Garant für eine erhöhte Blutzir-kulation war der Auftritt einer brasilianischen Tänzerin zum Song „Se kütt em Bikini“. Beim ab-schließenden „Ich saach nur Alaaf“, einer „Depeche Mode“-Coverversion des Disco-Hits „Just Can’t Get Enough“, stellten die vier brillanten Sänger ihre Instrumenten-Imitation unter Beweis und sorgten damit nochmals für Rhythmus im Publikum. Eine absolut perfekte und vielseitige Darbie-tung! Die „Cöllner“ brachten mit ihrer Kölschen Ballade „Fröher wor alles vill schöner“ romantische Stimmung und mit dem schnellen „Zacka Zacka“ lateinamerikanische Töne ins Maritim. Beim letzten Lied ließ sich die beliebte Band sogar vom Gospelchor „Spirit of Change“ begleiten. Eben-falls ein vielfältiger Auftritt und mal etwas anderes im Kölner Karneval! Die Kölschrocker „Hanak“ feierten in diesem Jahr Premiere beim KKK und waren zugleich die letzte Musik-Nummer des Abends. Das spricht für sich! Dies belohnten die Musiker wiederum mit einer besonderen Show. So trommelte Heiko Braun beim Song „Jeck forever“ in „Santana“-Art zu Schwarzlicht. Frontmann Micha Hirsch genoss die Inszenierung inmitten von vier jungen Tänzerinnen. Das freute auch das Publikum und nicht nur das, denn Moderator Robert Greven wünschte sich den „Hanak“-Hit „Haifischzahn“. Die Reaktion der Gäste zeigte deutlich, dass die Band, genau wie BRINGS vor Jahren, ihren Weg im Karneval erfolgreich gehen wird.  

 

 

Und last but not least überzeugten auch die Tanzgruppen des Abends. Ob die „Fidele Kölsche“ mit ihrem Medley, die "Zunft Müüs" mit einer sehr schönen Einlage mit roten Schirmen, die "Fauth Dance Company“ mit fetzigem Showtanz in sexy Outfits, die "Hellige Knäächte un Mädgde" mit traditionellem Tanz zu kölschem Gesang oder die "Sr. Tollität Luftflotte" mit herrlichem Dombild am Ende. Das Training hat sich gelohnt. Die Session kann kommen!

 

 

Die „Fidele Kölsche“ und die „Zunft Müüs“ präsentierten an diesem Abend jedoch nicht nur ihr tänzerisches Können. Die beiden Tanzgruppen bildeten zudem den karnevalistischen Rahmen für eine besondere Ehrung. Renate Fuchs, “Die Callas vun Kölle” und Dr. Joachim Wüst, Literat des Festkomitee Kölner Karneval, wurden von Robert Greven und Peter van den Brock zu Ehrenmit-gliedern des KKK ernannt. Sichtlich gerührt bedankte sich Renate Fuchs mit ihrem Abschiedslied „Kölle, Dich verloss ich nie“. Dafür erntete sie Standing Ovations und minutenlangen Applaus.

 

Fazit: Der KKK zeigte eine hervorragende Mischung aus bekann-ten Rednern, Bands und Tanzgruppen. Zu den Highlights des Abends zählten besonders die Darbietungen von den „Dom-stürmern“, den „Wanderern“, „Hanak“ sowie „Klaus & Willi“.

 

(Fotos: (c) Annette Quast)