Hunnenlager im Hitzeschock.
Von Freitag, dem 9. Juli 2010, bis zum Sonntag, dem 11. Juli
2010, fand im Volksgarten das 32. Hunnenlager der 1. Kölner Hunnenhorde
von 1958 e. V. statt. Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad für die
Hunnen und ihre Gäste eine schweißtreibende Erfahrung. Kein Wunder
also, dass der Bierstand und das Gästezelt von den Besuchern belagert
wurden ...
Der Freitag startete mit der Vereidigung des neuen
Attilas der Session 2010/2011. Dieser ist ein "alter Bekannter", denn
Kurt Braun war bereits in den letzten Jahren zweimal Hunnenfürst. Auch
seine Königin Ildiko, Karina Piroth, hatte dieses Amt bereits zweimal
inne. Neben der Vereidigung neuer Hunnenkrieger und einer
Schamanenhochzeit ging der erste Abend des Lagers ohne großes Programm
über die Bühne.
Am Samstag hatte dann die 1. Kölner Hunnenhorde von 1958 e. V. ein
kleines, feines Programm zusammen stellen lassen. Nach der Eröffnung
des Lagers gegen 13.30 Uhr startete das Programm gegen 15.00 Uhr mit
dem Auftritt des Tanzcorps der K.G. Original Kölsche Domputzer. Nachdem
dieses Tanzcorps in den letzten Jahren nicht immer vom Glück gesegnet
war, kann man nun in Köln-Mülheim wieder mehr als stolz auf die
"Kölsche Domputzer" sein: Eine Truppe junger, tanzbegeisterter Menschen
hat sich hier zusammen gefunden und ließ sich auch von der noch recht
übersichtlichen Anzahl der Zuschauer nicht unterkriegen. Man zeigte -
witterungsbedingt - zwei Tänze und braucht sich mit dem Gezeigten nicht
hinter den großen, bekannten Tanzcorps zu verstecken. Sicherlich auch
ein Verdienst der Trainerin des Tanzcorps, Arzu Erdem-Gallinger, und
des Kommandanten, Michael Knipp. Mit Larissa Sterner konnten der Programmverantwortliche (der übrigens
kein Hunnenmitglied ist ...) eine junge, aufstrebende Schlagersängerin
zum Auftritt auf dem Hunnenlager überreden. Mit ihren Songs "Komm, wir
fliegen zum Mars", "Sinfonie der Nacht" und der Weltpremiere des
kommenden Hits "Du hast die Lizenz zum Küssen" (aus der Feder von
niemand geringerem als G.G. Anderson) konnte die von Erfolgsproduzent
Marc Maibach produzierte Künstlerin die mittlerweile etwas zahlreicher
erschienenen Gäste des 32. Hunnenlagers begeistern.


Fotos: Annette Quast / Andreas Klein
Die Kinder-
und Jugendtanzgruppe der Rheinflotte Leverkusen (die Großen sind das
Tanzcorps der Hunnenhorde ...) machten den Kölner Hunnen danach ihre
Aufwartung und zeigten flotte Tänze, die nicht nur den kleinen Gästen
gefielen. Natürlich dürfen kölsche Töne auf dem Hunnenlager nicht fehlen. Und mit
Leo Colonia konnten alte Bekannte auf der Bühne begrüsst werden, denn
die "Leos" waren bereits mehrfach auf dem Lager im Volksgarten zu Gast.
Und auch die "rheinischen Löwen" hatten die Gäste mit Hits wie
"Jacqueline" und "DISCO" schnell in ihren Bann gezogen.
Und mit
dem ältestesten Stimmungsduo Kölns, den Knollis (Albert Terfloth und
Dieter Spies) ging es direkt stimmungsvoll weiter: Die beiden Senioren
nehmen sich selbst nicht ganz so ernst, was aber ihrem Auftritt den
nötigen Pfiff verleiht. Egal ob Ballermann-Hits, umgetextete Schlager
oder kölsche Hits - die Knollis begeistern jede Altersklasse mit ihren
Liedern. Und die beiden Jecken zeigen dabei eindrucksvoll, dass man
auch im hohen Alter auf den rheinischen Bühnen noch richtig Spass
machen und auch haben kann! Das Tanzcorps der Kölschen Kosaken wollte eigentlich am gestrigen
Sonntag beim ersten verbandsoffenen Tanztreffen unter dem Titel "Attila
meets Dance" teilnehmen - doch aus irgendwelchen Gründen klappte dies
nicht. Doch die Hunnen wären nicht die Hunnen, wenn man dafür keine
Lösung gefunden hätte ... man schob den Auftritt einfach zwischen das
Bühnenprogramm! So konnten die Besucher bereits heute erahnen, welche
Leistungen die 16 gemeldeten Tanzgruppen und Einzeltänzer am Sonntag
auf der Bühne im Volksgarten bringen würden.

Abschluß und
Höhepunkt des Abends war der Auftritt von Angela Krüll. Die kölsche
Entertainerin ist im rheinischen Karneval eine Neuentdeckung. Und was
für eine! Mit ihrer voluminösen Stimme und den exzellent vorgetragenen
Songs - da wird aus "Sexbomb" von Tom Jones mal schnell ein Loblied auf
den kölschen Köbes ... "Kölsch kommt!" - begeisterte Angela Krüll nicht
nur das Publikum. Sogar der ein oder andere Hunne schaute etwas
verdutzt aus der Wäsche und fragte: "Wer ist das denn? Warum habe ich
die vorher noch nie gehört? Die kann ja Singen! Und zwar richtig gut!"
Und warum Angela Krüll eine Entertainerin ist, bewies sie an dem Abend
auch eindrucksvoll ... Bühne? Wofür? Das Hunnenlager ist doch groß
genug! Und so spazierte Angela Krüll singend durch das Lager - sehr zur
Freude der Hunnen und ihrer Gäste. Nach dem Auftritt von Angela Krüll fand dann das "Public Viewing op
hunnisch" zum Spiel um den dritten Platz der Fußball-WM 2010 in
Südafrika mit deutscher Beteiligung statt.
Und am Sonntag
startete, wie bereits geschrieben, das erste verbandsoffene Tanztreffen
"Attila meets Dance" mit 16 gemeldeten Teilnehmern (Einzel- und
Paardarbietungen sowie Tanzgruppen) statt. Und auch eine kalte Dusche
in der Nacht von Samstag auf Sonntag konnte die Stimmung der Hunnen auf
ihrem 32. Hunnenlager im Kölner Volksgarten nicht trüben ... am Sonntag
war es ja bereits wieder schön!