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Korpsappell à la „Jan von Werth“ mit neuem Jan-und-Griet-Paar.

 

Wie es sich für das Traditionspaar nach dem Kölner Dreigestirn gehört, fuhren Bernd und Brigitte Volk, „Jan und Griet“ der Session 2012, mit der Kutsche zum Korpsappell im Gürzenich. Dort nahm sie Jörg Mangen, Präsident des Reiter-Korps „Jan von Werth“ von 1925 e.V., in Empfang und geleitete sie in den Festsaal der guten Stube Kölns. Doch bis zur offiziellen Amtseinführung musste sich das Paar noch ein wenig gedulden.

 

So eröffneten „Blom un Blömcher“ in Clownskostümen als „Flitsch, Flötsch un Schlauch“ den diesjährigen Korpsappell der Gesellschaft mit einem Krätzchen. Zum Lied „Knallrute Pappnas“ gesellte sich die Kinder- und Jugendtanzgruppe, mit roten Pappnasen verziert, auf die Bühne. Ein herrliches Bild! Dies galt nicht nur für den Anblick beim Schunkeln, auch bei ihren Tänzen zu „Dat is jeil“ oder „Colonia Tropical“ sorgte der Nachwuchs des Traditionskorps für einigen Augenschmaus. Damit hatten sich die Pänz vom „Jan von Werth“ die einzigen Standing Ovations des Abends redlich verdient.

 

 

Nach diesem musischen Opening ergriff Jörg Mangen das Wort und begrüßte die Ehrengäste, darunter Oberbürgermeister Jürgen Roters, Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, die Bürgermeister Hans-Werner Bartsch und Manfred Wolf, Oberbürgermeister a.D. Fritz Schramma und Bernhard Conin, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums e.V. Besonderen Dank sprach der Präsident Jörg und Gabi Dennhardt, dem Jan-und-Griet-Paar der vergangenen Session, aus und beförderte den Jan des Jahres 2011 zum Obristleutnant.

 

Was für die einen nun eine unvergessliche Erinnerung ist, sollte für die anderen jetzt endlich richtig beginnen. So zogen Bernd Volk, Kommandant der Gesellschaft, und seine Gattin Brigitte mit allen Schwadronen in den Saal ein. Die Kommandanten der Kölner Traditionskorps eroberten ebenfalls die Bühne, um ihrem Kollegen bei der Proklamation zum Jan der Session 2012 Geleit zu geben. Diesmal übernahm jedoch Brigitte Volk das Kommando: „Weißte wat, Jan, schnell dat Motto, dann wolle mer fiere!“. Gesagt, getan.

 

 

„Hück steit he ne kölsche Kommandant vör üch
als staatse Jeneral Jan vun Wäth.


Als kölsche Jriet met mingem Jan Fastelovend fiere,
mät et Leeve ech levvenswät.


2012 trecke meer als historische Figure durch Säl un Stroße,
met nem staatse Korps em Rögge,
wolle meer die Lejend lebendich wäde loße.

 

Damit der Jan seine neue Rolle in vollen Zügen genießen kann, übernimmt Ex-Tanzoffizier Bernd Johnen die Kommandos bei den Auftritten des Korps. Diese werden neben 33 neuen „Jan von Werthern“ und 12 Fähnrichen so manche Korpskameraden mit neuem Dienstgrad bestreiten. 

 

Neben den Vereidigungen und Beförderungen des Abends zeichnete Präsident Jörg Mangen, der selbst zum Marschall aufstieg, einige wohlverdiente Herren mit Ehrennadeln aus. Bronze erhielten Claus-Peter Gehring, Ralf Knoblich, Marco Müller und Peter Sauerteig. Silber bekamen Pressesprecher Heinz Keller und Senator Walter Reiß. Gold ging an Ehrenmitglied Josef Müser. Zudem verlieh das Festkomitee Kölner Karneval den Senatoren Robert Wingen und Peter Wallraff den Verdienstorden in Gold.

 

Damit endete für Jörg Mangen der Marathon an Regularien, die er in seiner charmanten Art vortrefflich meisterte. Um all diese Ereignisse gebührend zu feiern, zog die 1. Schwadron in den Saal ein, präsentierte d’r Zabel und solo sowie gemeinsam mit Tanzpaar Kathrin Arnold und Christian Bergsch die Tänze der Session. D’r Spass an d’r Freud stand allen Tänzern sowie den Musikern der Stadtkappelle Köln, die den Abend begleitete und mit ihrem Zapfenstreich wunderbar orchestral ausklingen ließ, ins Gesicht geschrieben. So schloss der Appell, wie er begann – mit musischen Darbietungen und glücklichen Menschen.

 

(Fotos: (c) Annette Quast)

 


 

Dreigestirn zog mit Mini-Rosenmontagszug in die Hofburg ein. 

 

Die Passanten in der Kölner Innenstadt fühlten sich mit Sicherheit in die Zukunft versetzt, zumindest einen Monat weiter. Denn die große Kutsche des designierten Dreige-stirns wurde auf ihrem Weg zur Hofburg in der Helenen-straße nicht nur von Abordnungen aller Korpsteile der Prinzen-Garde Köln 1906 e.V. sondern von allen neun Traditionskorps sowie der Kölner Narren-Zunft, den Schmuckstückchen und den Colombinen begleitet.

 

Rolf Slickers, Direktor des Pullman Cologne Hotel, nahm die designierten Tollitäten, Prinz Marcus II., Bauer Thorsten und Jungfrau Olivia, in Empfang und geleitete sie in den Festsaal des Hotels. „Das ist mein 5. Jahr als Herbergsvater. So eine Kulisse gab es noch nie. So viele Farben, so viele Menschen - das ist einzigartig! Ich bin tief beeindruckt. Es ist eine Ehre, das 40jährige Jubiläum der Hofburg mit der Prinzen-Garde feiern zu dürfen.“, erklärte Rolf Slickers. „Das war ein kleiner Rosenmontagszug heute Morgen.“, fügte Markus Ritterbach, Präsident des Festkomitee Kölner Karneval, hinzu und stellte die designierten Tollitäten samt Equipe vor. Da der Bekanntheitsgrad der Genannten hoch ist, bedurfte es nur der Vornamen. Die Anwesenden im Saal fügten die Nachnamen lauthals hinzu. Dann übernahm Marcus Gottschalk das Wort: „Wir sind endlich zu Hause angekommen. Herzlich Will-kommen in unserem Wohnzimmer.“


Doch bevor die drei Prinzen-Gardisten im Pullman Cologne einziehen durften, mussten sie sich erst noch den symbolischen Hotelschlüssel verdienen. Dazu hatte sich Rolf Slickers wieder etwas einfal-len lassen. „In den Medien hieß es 'Gottschalk geht', unsere Schlagzeile heißt: 'Gottschalk kommt!'“, leitete der Herbergsvater seine Saalwette à la „Wetten, dass...?“ ein. Mit Pappnasen-Brillen ausge-stattet sollten die Designierten sechs von neun Uniformen erkennen. Bei verlorener Wette werde er den Tollitäten an einem Morgen nach Wahl höchstpersönlich das Frühstück ans Bett bringen. Der spontane Wetteinsatz der Gegenspieler: Ein kostenloser Haarschnitt durch den Hoffriseur für Rolf Snickers. Top, die Wette gilt! Trotz erhöhtem Schwierigkeitsgrad, die Uniformierten der Traditions-korps tauschten teilweise ihre Kopfbedeckungen aus, löste das designierte Trifolium die Aufgabe unter dem Motto „Wenn Sehen nicht möglich ist, ist Fühlen keine Schande“ einwandfrei. Somit dürfen die jecken Stadtherrscher einmal im Bett frühstücken. Zum eindrucksvollen Einzug mit bestandener Schlüsselaufgabe und -übergabe gab es für alle Anwesenden Erbsensuppe und Kölsch.

 

(Fotos: (c) Annette Quast)