Rote Funken: Überraschungseinzug ins
Hänneschen Theater.

Gegen 22:00 Uhr marschierte eine
Abordnung der Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V. im Takt des
Regimentsspielmannzuges vum Aldermaat in Richtung Isermaat. Kurz vor
dem Hänneschen Theater folgte ein Funken-untypischer „Befehl“,
die Musik stoppte plötzlich und ein langanhaltendes
ppppppppppppssssssssssssst machte die Runde. Leisen
Fußes pirschte sich die kleine Funkenwache an die hinteren
Saaleingänge des Theaters, in dem die kostümierten Jecken
nichtsahnend den Worten von Schäl lauschten. „För de Sitzung
habt'er bezahlt, doch Ihr habt Glück, Ihr kriegt noch einen drauf.
He kütt dat älteste Traditionskorps, de Rude Funke, mit
Spillmannszooch.“, moderiert Stockpuppe Schäl die etwa 80 Mann
starke Mannschaft der Korpsgesellschaft an. Die jecken Besucher
schauten natürlich in die Kulisse von „Fastelovend em Himmel“
und staunten daher nicht schlecht, als sich das Theater, neben den
Kleinformaten op d'r Bühn, mit leibhaftigen Funken füllte.
Da die bisherigen Rote-Funken-Uniformen
in Stockpuppen-Format älteren Datums waren und einen strapazierten
Eindruck machten, hatte der Senatsvorstand im Vorfeld beschlossen dem
Abhilfe zu schaffen. Neue Mini-Uniformen für Tanzpaar, Kommandant,
Fähnrich und acht Funken wurden angefertigt und diese galt es nun zu
inspizieren. „Die Uniformen hat Nicole Schönemann geschneidert,
die Helme stammen aus der Werkstatt Fleming und die Messingteile aus
unserer funkeneigenen Ordensschmiede von Tobias Kreiten.“, erklärt
Heinz Jürgen Müller, Senatspräsident der Gesellschaft. Die
Absegnung der gespendeten Exemplare erfolgte anstandslos, die Funken wibbelten
trotz Enge für das faszinierte Publikum und dann gab es noch eine
Überraschung för dat Schmölzche hinger d'r Britz. Da der im Jahr
1985 verstorbene Affe „Petermann“, bekannt aus dem Kölner Zoo,
eine wichtige Rolle in der Hänneschen Sitzung spielt (Dort berichtet
er aus dem Himmel, bekommt nur Manna zu essen und wünscht sich nichts sehnlicher als Bananen.), überreichten die Funken dem Darsteller eine
Bananenstaude sowie Erdnüsse. Eine herrliche Idee!
Nach diesem kurzen Intermezzo
marschierten die leibhaftigen Funken, standesgemäß unter Begleitung
des Musikzuges versteht sich, wieder aus. „Wir wollen Eure Sitzung
nicht länger stören.“, verabschiedet sich Senatspräsident
„Wasserwooch“ im Namen seiner Mannen. Im Foyer stärkte sich die
kleine Funkenwache mit einem lecker Kölsch, natürlich wieder unter
Flüstern, bevor es zu den nächsten Auftritten ging. Und die
Sitzungsbesucher haben nun etwas zu erzählen, denn so etwas passiert
schließlich nicht alle Tage.
(Fotos: Annette Quast)