"Sind wir nicht alle ein bißchen Bluna?!" - Rote Funken im Beatles-Rausch.
"All we need is Funkebeat" - so lautet das Motto des diesjährigen Sessionsordens der Kölsche Funke rut- wieß vun 1823 e.V. Diesem machte das Traditions- korps bei seiner "Kostümsitzung en Düx" alle Ehre, aber sowas von! Dabei übertrumpfte der Elferrat das "beatende" Spitzenprogramm, darunter Höhner, Linus und Paveier, mit seiner eigenen Show um Längen.
Funkenguru Hans-Günther Hunold, Präsident der Gesellschaft, scharrte in seinem Ashram John Lennon (Boris Müller), Yoko Ono (Dieter Szary), die Beatles in ihrer Frühphase (gekleidet in die grauen Mao-Jacken aus China) sowie die Beatles in ihrer Kreativphase (als Sgt. Peppers) um sich. Dieser Anblick wurde zusätzlich durch eine Nebelmaschine, versprühte Duftwolken von Fitschbunn Yoko Ono sowie die Moderationen des scheinbar in anderen Sphären schwebenden Funkengurus getoppt. So kündigte er das Kölner Dreigestirn mit den Worten "Euer Buddha ist eingetroffen" an. Prinz Frank I. betitelte die Korpsgesellschaft im Gegenzug als "Funkensekte vun 1823" und konterte sogleich: "Wir haben einen Wunsch an das Servicepersonal. Den Moschus, den der Elferrat bekommen hat, hätten wir auch gerne." Gesagt, getan, Hans-Günther Hunold betörte sowohl Prinz als auch Prinzenführer, und hatte im Anschluss eine Bitte an die Tollitäten: "Wenn Ihr gleich wieder in Euren Tempel kommt, dann stellt ein paar Kerzen auf, damit mer Rusenmondaach schön Wedder han. Hosianna!"
So ging es an diesem Abend im Ashram Kristallsaal in einer Tour und es blieb kaum ein Auge trocken. Marc Metzger bezeichnete den Sitzungs-Guru als brennenden Dornbusch, sprach "Setz Dich, Moses!" und fragte beim Anblick des Nebels "Heidewitzka, seid Ihr Euch am Konservieren?". Da er es in den Rauchschwaden kaum aushielt, begab er sich in die Mitte des Festsaales. "Von hier seht Ihr aus wie das letzte Abendmahl. Ich komme gleich wieder auf die Bühne, ich bin nur zum Luftholen hier." Zu Letzterem blieb dem Publikum kaum Zeit, denn durch die Extrashow sowie Zuga- ben der "heiligen" Höhner und der Paveier verkürzte sich die Pause. Das nahmen die begeisterten Funken und ihre Gäste, die zum Großteil Flower-Power-Kostümen trugen, gerne in Kauf. Schnell ein Gruppenfoto des indisch angehauchten Beatles-Elferrates für die Presse gemacht und schon mar- schierte die Dreigestirn-Sekte, ihres Zeichens Bürgergarde "blau- gold" von 1904 e.V. Köln, in den Saal. Unter den Uniformierten befand sich auch Stephan Brandt von center.tv und begutachtete aus erster Reihe die Tänze von
Andrea Ehrhardt und Stefan Schadek. Nun kündigte der Funkenguru den nächsten Programmpunkt an: "Er ist ein Kollege von mir, auch er ist von tiefem Glauben erfüllt.". Die "Musiker des Himmels" (die Regimentskappelle der Roten Funken unter der Leitung von Helmut Blödgen) spielten "Tochter Zion" und Diaclown Willibert Pauels zog ein. Dieser freute sich riesig, als er Hans-Günther Hunold sah: "Endlich begegne ich ihm mal persönlich, meinem Chef, Jesus!". Auch Linus schloss sich seinen Künstlerkollegen an und bemerkte "Einen solch herrlichen Elferrat habe ich noch nicht gesehen, so durchgestylt und durchgeknallt!". Wie recht er hatte, belegte zudem der des öfteren von Hans-Günther Hunold zitierte Werbespruch "Sind wir nicht alle ein bißchen Bluna?!".
Fazit: Dieser bombastische Abend geht mit Sicherheit neben dem Chinabesuch und den Dreh- arbeiten für die Action-Serie "Alarm für Cobra 11" in die Geschichtsbücher der Roten Funken ein.
(Fotos: Annette Quast)